1.4) Mein sportliches Ich

Mein sportliches Ich

Mit 3 Jahren stand ich erstmals auf dem Sportplatz. Mein Bruder hat mich zum Fussballtraining mitgeschleppt. Es war kalt, Schnee hat auch gelegen, Hartplatz Menteroda (Sibirien). Das war Anfang der 70er Jahre. Mit 7 Jahren mein erstes Spiel. Gegen Langula 2:1 gewonnen. Werd ich nie vergessen. Schnell hab ich gemerkt, dass ich super schnell laufen (sprinten) kann, aber ansonsten talentfrei bin.

So hab ich den ganzen Nachwuchs und auch den Männerbereich durchlaufen, Ausdauer war nicht so wichtig.

Ein TV-Bericht vom Berlin-Marathon 1999 hat mich zum Laufen gebracht. 3 Wochen vor dem Marathon hab ich beschlossen, mitzulaufen. Einen feinen Testlauf von 30 Kilometer Länge später wusste ich, dass so ein Marathon Pillepalle ist. Die Ernüchterung erfolgte dann in Berlin. 5 ½ Stunden Laufzeit, blutige Brustwarzen und wunde Oberschenkel, dazu Treppen steigen rückwärts, alles sehr lehrreich.

Das war der Beginn. Heute, immer noch talentfrei, trainiere (was man so Training nennt) ich lieber, als Wettkämpfe zu bestreiten. Jahrelang war ich mit ambitionierten Trainingsplänen am Start, alle haben versagt, ich auch. Heute weiß ich etwas mehr über Trainingslehre, Periodisierung, GA1 und GA2, rDL, lDL, Intervall, Fartlek, Bergan und Bergab, Regeneration und Kotzgrenze, Schwimmen, Radfahren, Koordination, Dehnung, Barfußlaufen, Vmax, Pulsbereiche, Fettverbrennung, Startblöcke, Kotzgrenze, Oberkante Unterlippe, Dieter Baumann, schnelle Trainingspartner, Motivation, Landesmeisterschaften, Kotzgrenze, Muskelfaserrisse, Long Jog, Scott Jurek, Cupläufe, Niederlagen und Siege, Vorbilder, Athletik,  einseitiges Training, über den Tellerrand schauen, Kotzgrene, Schmerzen, platzende OS, Befriedigung, Freiheit, Überlegenheit, top Ausrüstung die nicht schneller macht, keine Zeit, schlechtes Gewissen. Trainingstagebuch, leere Kilometer, Kotzgrenze, Ausreden warum es gerade heute kein guter Wettkampf wird, verlorene Startnummern, Abkürzer, Beratungsresistente, und, und, und!

Nicht das ich all die Sachen beachten würde, weit gefehlt. Aber Manches ist mir schon wichtig. Und so bin ich zu einem Genussläufer geworden, dem ein ambitioniertes Training wichtiger ist, als so mancher Wettkampf. Allerdings ist Schulter an Schulter auf der Bahn oder im Gelände auch was Feines.

So laufe ich und leide, und leide und verliere, und verliere und gewinne, und gewinne und werde immer reicher!!