4.5) Archiv Laufberichte-Meisterläufer


27.11.2016

Von Hausfrauen im Schwimmbecken, Schwarzwild und einer Dogge

 

Was für eine Trainingswoche liegt hinter mir. Ereignisreich auf alle Fälle. Mit schweren Beinen, guten Intervallen und berichtenswerten Erlebnissen.

Am Montag hat Feinsliebchen Frauensport. In der Zeit schwimme ich in der Therme. Also 3 Damen eingeladen und ab in die Stadt.

Auf dem Weg zur Therme kommt mir immer wieder der eine Gedanke. Vor ein paar Jahren hab ich einen Ironman gefinisht. In der Teildisziplin Schwimmen hab ich für 3,8 Kilometer in rauer See 1:35h benötigt. Nicht schlecht für einen Nichtschwimmer.

So, am Montag standen 40 Bahnen in 40 Minuten auf dem Plan. Beim Blick ins Becken schwimmt da eine Dame. Köpfchen hoch, damit die Haare nicht feucht werden. Und die Brille darf ja auch nicht nass werden. Einen sauberen Bruststil hat sie schon. Naja, die ersten 3 bis 4 Bahnen hinterherschwimmen und dann vorbei. Teufelskerl eben.

Schon auf der ersten Bahn merkte ich, dass ich nicht näher komme. Verfluchte Axt. Naja, ich wechsele immer Brust mit Kraul. Im Kraulstil war ich auch schneller. Sie im Bruststil. Mist. Also wir sind uns immer in der Beckenmitte begegnet. Ich habe keinen Meter gutgemacht. Nach 40 Bahnen bin ich dann in den Außenbereich und dann in die Dampfsauna. Und sie ist immer noch geschwommen. Respekt. Sieht nach Hausfrauenschwimmen aus, ist aber verdammt schnell.

Ähnliches ist vor ein paar Jahren beim Altstadtlauf zu hören gewesen. Beim Zieleinlauf stand eine Moderatorin und hat nach einer Laufzeit von 50 Minuten vom Hausfrauentempo gesprochen. Für alle Damen, die also langsamer als 50 Minuten sind.

Am Dienstag standen 12x400m auf dem Plan. Hab ich vor dem Treffen mit den Hainichläufern gemacht. 16 Uhr in den Stadtwald, Parkplatz Spittelbrunnen. Eingelaufen, 400m abgemessen und los ging es. Alle 12 Intervalle top, schwer, aber Zeiten i.o. Beim 12. Lauf, raus aus dem Wald, war es schon sehr dunkel. Ich zog los, nach 10 Sekunden ein Krach, brechende Äste, große Geräuschkulisse und schnaufen hinter mir.

Eine Rotte Schwarzwild wechselte über den Fahrweg. Keine 20 Meter hinter mir. Na da bin ich aber nochmal schnell geworden. Da kam die entspannte Runde mit den Hainichläufern gerade recht.

Am Freitag stand eine 6,5 Kilometerrunde auf dem Plan. Sollte sehr schnell werden. Ordentlich angewärmt und los. War auch sehr schnell bis zur Waldstraße stadteinwärts. Ungefähr 100m vor mir stand ein Mann. Er sah mich und pfiff. Daraufhin sprang ein Hund durch die Hecke rechts von mir. Er beachtete mich nicht und ich zog wieder an. Plötzlich noch ein Pfiff, wieder kam etwas durch die Hecke. Dieses Etwas war eine Dogge. Groß, hässlich, mit Sabber am Maul glotzte mich der Köter an. 10m bis zu mir, 80m bis zum Herrchen. Nach einem erneuten Pfiff trabte er zu dem Mann, der allerdings keine Anstalten machte, beide Kläffer anzuleinen. So bin ich dem Vollpfosten mit seinen beiden Kötern zu Fuß entgegen gegangen. Kein Gruß, keine Entschuldigung, nichts. Der Kilometerschnitt war da natürlich im A…h!

Dafür Samstag in aller Frühe Sonne am Russenturm. Das war wieder schön.


30.10.2016

Thüringer Landesmeisterschaften Crosslauf in Zeulenroda

Seit 2009 bin ich Dauergast bei dieser Veranstaltung, nur unterbrochen im vorigen Jahr. Die LM finden immer abwechselnd in Ohrdruf und im ostthüringischen Zeulenroda statt. In 2016 also Zeulenroda.

In der AK45 waren laut Startliste 5 Aktive am Start. Da war mein Ziel schon, auf das Podest zu laufen, was bei einer so geringen Teilnehmerzahl auch möglich sein sollte. In der Tat konnte ich den 3. Platz erlaufen, was aber nicht überzubewerten ist bei der geringen Teilnehmerzahl.

Wichtiger war mir, und auch meinen Mitstreitern Manuel Pickel und Michael Wallbraun, die Mannschaftswertung. Hier galt es, sich auch mit reinen Männermannschaften zu duellieren.  

Erschwerend kann dazu, dass 3 Teilnehmer eine Mannschaft bilden, und der eigentlich dritte Starter für die Mannschaft absagen musste. Dies war schon länger bekannt, ich erfuhr es erst am Wettkampftag. Also kämpfen und alles geben.

Gelaufen wurden  6,2 Kilometer. Erstmals allerdings in 6 Runden, in der Vergangenheit waren es 3 x 2 Kilometer. Startschuss auf der Tartanbahn und los ging es. Die ganz Schnellen natürlich vorn weg. 3x ELAC danach Kevin Stadler und Michael Wallbraun. Diese 5 Läufer haben mich dann auch überrundet. Einen Platzwechsel gab es noch zwischen Wallbraun (5. Platz) und Stadler (4. Platz). Die 3 Läufer vom ELAC kamen zeitgleich über die Ziellinie und wurde alle Drei auf Platz 1 gewertet.

Michael Wallbraun lief 21:40 Minuten, Manuel Pickel 23:24 Minuten und ich benötigte 27:07 Minuten.

In der Mannschaftswertung erkämpften wir einen tollen 2. Platz mit einer Gesamtzeit von 1:12:11 Stunden. Die drei Erfurter waren 11:59 Minuten schneller als wir und der dritte Platz ging an den LAC Rudolstadt mit einer Zeit von 1:19:43 Stunden.   

Wieder eine schöne Meisterschaft, allerdings fehlte in diesem Jahr der Crosslaufcharakter völlig. Ein gemähter Rasen und Parkwege haben nichts mit einem Cross zu tun.